# Empathie – So fühlen wir uns in andere hinein

https://www.youtube.com/watch?v=_63A08Pmu-I
Translation: zh-CN

[00:03] Ihr seid beiachtsam. [musik] Vielen,

[00:05] vielen Dank wie immer, dass ihr euch die

[00:07] Zeit nehmt für uns, dass wir euch

[00:10] inspirieren dürfen. Wir sprechen

[00:11] darüber, wie wir gesünder werden,

[00:13] glücklicher, zufriedener, was auch immer

[00:15] wir gerade so haben, was uns bewegt. Und

[00:18] wir sprechen über Achtsamkeit. Das

[00:19] machen wir schon seit 5 Jahren, seit

[00:22] über 5 Jahren. Und heute ist was

[00:24] anderes. Solltet ihr uns bei Spotify

[00:28] oder bei YouTube hören, dann könnt ihr

[00:30] uns jetzt auch sehen. Hat das

[00:32] grammatikalische Sinn gemacht? Ja, ich

[00:33] glaube schon. Also äh bei Spotify und

[00:36] YouTube ist diese Folge hier auch

[00:38] [musik] mal eine Videofolge, weil man

[00:40] soll ja ab und zu mal was Neues

[00:42] ausprobieren. Wir sprechen über

[00:44] Achtsamkeit. Wer ist wir? einmal Dr.

[00:46] Möngen, Therapeutin, Psychologin,

[00:49] Dozentin, Autorin, Achtsamkeitsfan und

[00:52] auch Scannerpersönlichkeit, wie wir in

[00:54] den letzten Jahren festgestellt haben,

[00:56] weil [gelächter]

[00:57] sie immer ja sagt, wenn es irgendwas

[00:58] spannendes zu tun gibt, wie z.B. auch

[01:00] ein Podcast machen. So war es damals

[01:02] auch. Du wurdest gefragt, willst du ein

[01:03] Podcast zum Thema Achtsamkeit machen?

[01:05] Und du so, ja klar, why not,

[01:06] why not? Wie schön. Und jetzt sitzen wir

[01:09] hier zusammen schon seit vielen Jahren.

[01:11] Ich bin Diane Hilcher. Ich bin

[01:13] Moderatorin, Gründerin, Autorin und

[01:16] Speakerin auch allzu diesen Themen

[01:18] Achtsamkeit, geistige Gesundheit, Glück,

[01:21] Freude, Neuroplastizität, all das sind

[01:23] Themen, die uns hier bewegen. Und heute

[01:25] wollen wir sprechen über Empathie. Das

[01:27] ist ja ein Thema, was auch politisch

[01:29] [musik] gesellschaftlich relevant ist,

[01:30] was immer besprochen wird. gerade wir

[01:32] brauchen wieder mehr Empathie, sagen die

[01:34] einen. [musik] Und Empathie steht uns im

[01:36] Wege, sagen die anderen. Gibt's ja auch

[01:39] gerade irgendwie aus den USA, ich glaube

[01:41] Elan Musk hat gesagt, Empathie würde uns

[01:43] im Weg stehen [musik]

[01:44] ähm beim Geld verdienen, beim ich weiß

[01:46] nicht, erfolgreich sein. Ich habe das

[01:47] jetzt nicht mehr ganz so im Ohr, wie das

[01:49] Zitat war, aber er hat irgendwie gesagt,

[01:50] Empathie wäre störend und viele

[01:52] Menschen, die mit Menschen arbeiten, so

[01:54] wie du ja auch sagen, Empathie ist

[01:56] eigentlich das Wichtigste, ne? Ja,

[01:58] grundlegen und ich denke auch, dass es

[01:59] grundlegend für eine Gesellschaft ist,

[02:00] aber wir können ja heute mal

[02:01] reinschauen, was so die Nuancen sind,

[02:03] ja, warum es so ein wichtiges Thema ist.

[02:05] Ja,

[02:05] und deswegen fangen wir an mit der

[02:07] Definition. Wir fangen ja immer gerne

[02:09] mit der Definition an, damit wir wissen,

[02:10] worüber reden wir hier eigentlich? Was

[02:12] heißt denn Empathie eigentlich? Ja, also

[02:14] es gibt viele Definitionen, aber eine

[02:15] grundsätzliche, die sagt, es ist die

[02:17] Gabe, die Emotion von Mitmenschen

[02:19] nachfühlen zu können und sich

[02:21] vorzustellen, was sie denken oder

[02:23] empfinden und auch darauf angemessen zu

[02:25] reagieren. Also, wenn wir merken,

[02:27] unserem Gegenüber geht's schlecht, dass

[02:28] wir das dann denen dann in den Arm

[02:30] nehmen oder wenn wir merken, der hat

[02:32] eine positive Erfahrung gemacht, dass

[02:33] wir uns dann auch mit dieser Person

[02:35] freuen. Und dieses Empfinden von

[02:37] Empathie bedeutet, wir fühlen mit

[02:39] jemandem und dabei unterscheiden wir

[02:41] aber immer noch zwischen dem eigenen

[02:42] Selbst und der anderen Person. Das

[02:44] bleibt noch erhalten.

[02:45] Das klingt ja jetzt relativ banal. Klar,

[02:48] wenn der gegenüber irgendwie in trouble

[02:50] ist oder traurig, dann fühle ich mit

[02:51] oder wenn der glücklich ist. Aber ist es

[02:53] ja oft gar nicht, ne? Also, weil wenn

[02:55] jetzt jemand z.B. gerade sehr sehr

[02:56] traurig ist und ich habe keine Zeit,

[02:58] jetzt nur als Beispiel, ne? ich habe

[02:59] keine Zeit, weil ich zur Arbeit muss,

[03:01] dann habe ich gar nicht so viel

[03:02] Möglichkeiten, den jetzt in Arm zu

[03:04] nehmen oder zu trößen oder so sehr

[03:06] darauf einzugehen und dann stört mich

[03:08] das vielleicht, dass der jetzt traurig

[03:09] ist. Nur als ein Beispiel, ne?

[03:11] Ja, es gibt super viele Faktoren, die

[03:12] das beeinflussen, ob wir wirklich

[03:13] empathisch reagieren können oder nicht.

[03:15] Und es ist eine Fähigkeit tatsächlich,

[03:17] die man lernen kann. Manche Menschen

[03:19] haben das weniger, manche mehr, manche

[03:21] auch zu viel und da können wir wirklich

[03:23] Einfluss drauf nehmen.

[03:24] Zu viel ist ein gutes Stichwort. Darf

[03:26] ich da ganz kurz nachhaken? Was heißt

[03:28] denn zu viel, wenn ich die ganze Zeit

[03:30] gucke, wie es allen um mich rumgeht

[03:32] und man mitleidet tatsächlich, da gibt's

[03:34] wirklich auch neurissenschaftlich

[03:36] Unterschiede, wenn es uns selbst einfach

[03:38] schlecht geht, dieses zu viel. Ja,

[03:40] okay. Also, wenn jeder traurig ist und

[03:42] ich bin jedes Mal mitittraurig, dann

[03:43] komme ich ja nicht zu den Sachen, die

[03:45] ich irgendwie machen will, die ich zu

[03:46] erledigen habe oder?

[03:47] Okay, alles klar. Und dann gibt es noch

[03:49] zwei Komponenten der Empathie. Einmal

[03:51] affektive Empathie und kognitive

[03:53] Empathie. Was heißt denn das? Also die

[03:55] affektive Empathie ist, wenn wir

[03:56] wirklich mitschwingen mit den Gefühlen

[03:58] von anderen. Also wir lesen

[03:59] beispielsweise über einen tragischen

[04:01] Unfall, dass jemand gestorben ist und

[04:03] wir spüren diesen Schmerz so richtig.

[04:04] Also wir fühlen diese diese Erfahrungen,

[04:07] die diese Person da gemacht hat. Das

[04:09] wird auch beeinflusst durch unsere

[04:10] aktuelle Lebenssituation. So wie du

[04:12] gerade gesagt hast, haben wir gerade

[04:13] viel Zeit, ist gerade vielleicht auch

[04:15] jemand bei uns im Leben da verstorben

[04:17] oder so. Da sind wir natürlich viel

[04:18] wachsamer für solche Informationen. Und

[04:20] dann gibt's die kognitive Empathie. Das

[04:22] ist wirklich die Fähigkeit, das Erleben

[04:24] des anderen nachvollziehen zu können,

[04:26] also verstehen zu können, welche

[04:28] Emotionen hat er, welche Gedanken hat

[04:30] er. Und diese kognitive Empathie, die

[04:32] braucht so eine Fähigkeit, die in der

[04:33] Psychologie Theory of Mind genannt wird.

[04:36] Also, das ist die Fähigkeit, sich

[04:37] vorzustellen und verstehen zu können,

[04:39] dass andere Menschen eigene Gedanken,

[04:41] Gefühle, Wünsche, Überzeugungen und auch

[04:43] Absichten haben. Und auch das hört sich

[04:45] jetzt irgendwie so total banal an, aber

[04:48] es gibt Menschen, die haben wirklich

[04:49] Probleme damit und müssen das wirklich

[04:50] trainieren. Ja, diese Theory of Mind,

[04:53] also dass man nicht kognitiv, also

[04:55] intellektuell versteht, dass du

[04:57] vielleicht andere Ziele hast und

[05:00] deswegen auch vielleicht einen anderen

[05:02] Background, deswegen anders dich

[05:03] verhältst in der gleichen Situation als

[05:05] ich. Also dieses Konzept quasi z.

[05:07] Ja, genau. Oder tatsächlich auch

[05:08] Emotionserkennung. Also, wenn wir in der

[05:10] Forschung ähm so ähm Fotos von

[05:13] Gesichtern haben, jemand lacht oder ist

[05:14] traurig oder so, dass diese Menschen da

[05:16] so eine Uneindeutigkeit, das nicht

[05:18] direkt irgendwie so zuordnen können. Da

[05:20] fängt's schon an.

[05:21] Und man kann auch quasi das eine haben

[05:23] und das andere nicht. Also, wenn ich

[05:24] z.B. die kognitive Empathie habe, ich

[05:26] verstehe ja, du bist jetzt traurig, aber

[05:28] ähm keine Ahnung, mir ist es aus

[05:30] irgendwelchen Gründen egal, oder ich

[05:32] fühle das nicht mit, weil ich bin total

[05:34] glücklich. Dann habe ich nur das eine,

[05:35] also entweder kognitive in meinem

[05:37] Beispiel oder wenn ich total mitfühle,

[05:39] geht geht auch affektive ohne kognitive.

[05:41] Ich glaube, wenn du wenn du mit wenn du

[05:43] wirklich mitfühlst, dann hast du es auch

[05:44] schon erkannt, er ist traurig und dann

[05:46] dann schwingst du auch eher mit. Aber

[05:48] die Basis, damit du wirklich

[05:49] mitschwingen kannst, ist, dass du es

[05:50] auch erkennst natürlich. Ja.

[05:52] Mhm.

[05:53] Und dann ist die Frage, Mitleid, ist das

[05:56] das gleiche? Und wir haben, glaube ich,

[05:58] schon mal auch in den letzten fünf

[05:59] Jahren haben wir ja alles schon mal so

[06:00] ein bisschen angesprochen. Ich glaube,

[06:02] da haben wir auch schon mal drüber

[06:03] gesprochen. Das Mitleid als mit Leiden

[06:06] und als mit Gefühl. Ich fühle, dass du

[06:09] traurig bist oder ich leide mit dir, ne?

[06:11] Da gibt's ja auch wieder total viele

[06:13] Komponenten.

[06:13] Ja, genau. Also Mitleiden könnte man

[06:16] quasi so als Synonym für Empathie

[06:18] benutzen. Das ist, wenn wir so ein

[06:19] Gefühl von Unbehagen spüren, wenn wir

[06:22] sehen, die andere Person leidet, wir wir

[06:24] reagieren mit Bedauern und das geht

[06:26] nicht unbedingt mit einem Wunsch einher

[06:28] dieses Leiden lindern zu wollen. Und

[06:29] Mitgefühl, das ist genau anders. Da

[06:31] merken wir, ähm, da leidet jemand, wir

[06:34] wir fühlen auch mit, aber da ist eher

[06:36] dieses Gefühl von Wärme, Fürsorge,

[06:38] Anteilnahme und vor allen Dingen so eine

[06:40] starke Motivation dieser Person helfen

[06:42] zu wollen. Das ist eine andere

[06:43] Ausrichtung bei der Empathie. Wir

[06:45] schwingen mit, wir fühlen das, wir

[06:46] leiden mit, aber bei der beim Mitgefühl,

[06:49] da wollen wir auch wirklich helfen. Also

[06:50] da ist irgendwie dieses prosoziale

[06:51] Handeln noch mal mehr dabei. Wir wollen

[06:54] helfen.

[06:55] Und jetzt hast du ja eben gesagt,

[06:56] natürlich als Therapeutin, als

[06:58] Psychologin, als jemand, der sich mit

[07:00] Achtsamkeit sein Leben lang literally

[07:02] beschäftigt, dass Empathie total wichtig

[07:05] ist. Jetzt sagen ja viele Empathie ist

[07:07] nicht wichtig, steht uns im Wege beim

[07:09] z.B. erreichen unsere Ziele. Wenn ich

[07:10] jetzt eine Multibillion Dollar

[07:13] Unternehmen aufbauen möchte, dann ist

[07:15] mir vielleicht Empathie auch genau in

[07:17] dem in dieser Definition, wie wir sie

[07:19] gerade besprochen haben, im Wege, weil

[07:21] wenn ich ständig mit anderen Leuten

[07:22] mitfühle und die trösten will und die in

[07:24] Arm nehmen will, habe ich nicht so viel

[07:25] Zeit an meinem Unternehmen zu arbeiten.

[07:27] Jetzt mal ganz simpel, doof gesprochen.

[07:29] Ja, warum ist denn dann aber Empathie

[07:32] für alle wichtig, sagst du?

[07:34] Ich würde sagen, es ist für alle

[07:35] wichtig. Letztenendes stärkt es ja

[07:36] unsere sozialen Beziehungen. Ja, wenn

[07:38] wir miteinander empathisch sind, ä

[07:40] einander auch helfen, das sorgt für eine

[07:42] bessere Kommunikation und letztenendes

[07:44] auch Harmonie in der Gruppe, auch in

[07:45] einem Unternehmen. Also, wenn ich für

[07:47] jemanden arbeite und ich weiß, meine

[07:49] Führungsperson, die ist mir gegenüber

[07:50] auch empathisch, weil was nicht so gut

[07:52] läuft, dann setze ich mich ja eher ein,

[07:53] ich bin eher committed, ne? Und

[07:55] letztenendes hat Empathie eine

[07:57] evolutionäre Funktion. Wir sind einfach

[07:59] soziale Wesen. Wir kommen in der Gruppe

[08:01] wirklich durchs Leben. Wir überleben.

[08:03] Aber wenn wir nur mit Ellenbogen durch

[08:05] die Gegend laufen, dann überleben wir

[08:07] einfach nicht. Deshalb ist es wirklich

[08:08] auch wichtig für Konfliktlösung. Es

[08:10] stärkt Vertrauen innerhalb der Gruppe

[08:12] und deshalb würde ich sagen, es ist die

[08:14] Basis für eine gesunde Gesellschaft und

[08:16] ein gutes Miteinander.

[08:17] Es ist ja fast schon lustig, dass wir

[08:18] darüber sprechen müssen, weil ich meine,

[08:20] Empathie ist ja kein Eoquatsch, sondern

[08:22] wenn wir als Menschen uns nicht schon

[08:24] damals zusammengetan hätten und in

[08:26] Gruppen aufgetreten werden, um uns

[08:27] gegenseitig zu schützen, hätten wir als

[08:29] Menschheit ja gar nicht überlebt.

[08:30] Deswegen ist das eigentlich auch alles

[08:32] Quatsch. Aber ich wollte es mal

[08:33] ansprechen auf jeden Fall, ne, um auch

[08:34] die andere Seite, weil ich meine, im

[08:36] Moment reden wir darüber, dass Empathie

[08:38] eventuell im Weg sein könnte, obwohl wir

[08:41] auch Sachen wissen, wie wir auch immer

[08:43] wieder drüber gesprochen haben in den

[08:44] letzten Jahren, dass wenn ich

[08:45] psychologisch sicher bin in einem

[08:47] Unternehmen, ich ja viel besser arbeite,

[08:49] seltener krank bin, die Fluktuation ist

[08:51] geringer, ne? All diese Zusammenhänge im

[08:53] Zusammenhang mit Empathie haben wir ja

[08:55] schon auch tausend mal besprochen hier

[08:57] in diesem Podcast. Ähm, was ist denn die

[08:59] neurowissenschaftliche Perspektive auf

[09:01] Empathie? Also kann man sagen, was was

[09:03] passiert denn da in unserem Gehirn?

[09:04] Ja, das ist super spannend. Ich habe so

[09:06] einen Übersichtsartikel gefunden von

[09:07] Singer und Klimeki 2014 erschien der und

[09:10] die haben noch mal so zusammengefasst

[09:12] aus vielen Studien ähm die untersucht

[09:14] haben, wie wirkt Empathie bei Schmerzen

[09:16] und da haben sie ja zwei Gruppen

[09:18] untersucht, die Teilnehmerinnen, die

[09:19] haben entweder an bestimmten

[09:20] Körperteilen einen schmerzhaften Reiz

[09:23] bekommen und die andere Gruppe, die

[09:25] haben Bilder von Menschen gezeigt

[09:27] bekommen, die Schmerzen empfinden und

[09:29] dann wurden die Gehirnaktivitäten dieser

[09:31] beiden Gruppen verglichen. Also einmal

[09:32] diese direkte Erfahrung von Schmerz oder

[09:34] diese stellvertretende Beobachtung einer

[09:36] anderen Person, die Schmerzen empfindet.

[09:38] Und dann hat man halt gefunden, was echt

[09:41] spannend ist, dass es übereinstimmende

[09:42] neuronale Netzwerke gibt, die aktiviert

[09:45] werden, also sowohl bei der direkten

[09:46] Schmerzerfahrung als auch, wenn wir das

[09:48] stellvertretend erleben. Und dazu

[09:49] gehören die anteriore Insol, ein

[09:52] spezifischer Teil des anterioren

[09:54] singulären Cortex. Und Fazit kann man

[09:56] sagen ist, es werden die gleichen

[09:58] Gehirnareale aktiviert. Und was ich auch

[10:00] spannend finde, das funktioniert nicht

[10:02] nur für Schmerzen, sondern auch bei

[10:03] Berührung, Ekel oder soziale

[10:05] Belohnungen. Ja, dass wir da auch

[10:07] mitschwingen. Und diese Stärke der

[10:09] Empathiebezogenen Aktivierung hängt

[10:11] davon ab, wie viele negative Gefühle wir

[10:13] empfinden, wenn wir diese Teilnehmer in

[10:15] sehen oder so, ne? Dann ist auch die

[10:17] empathische Reaktion stärker.

[10:19] Hast du schon mal in ein Flugzeug oder

[10:21] im Bus gesessen, wo mir jemand gebrochen

[10:23] hat? Da musste ich gerade dran denken.

[10:24] Ja, das ich habe auch wirklich ich habe

[10:26] auch Probleme [gelächter] mit wenn

[10:27] jemand erbricht, ich brauche ich muss es

[10:29] nur hören. Das bei mir direkt, ich habe

[10:32] schon direkt ein Bild. Das war direkt

[10:34] meine mein erster Gedanke eben dieses

[10:36] Mitleiden, weil jeder weiß ja, wie krass

[10:38] das für den Körper ist und wenn jemand

[10:40] dann irgendwie oder auf einer Färe oder

[10:42] keine Ahnung, ne? Und wenn man das nur

[10:43] hört oder sieht oder so, dann ist sind

[10:45] es genau wie wie bei einem selber als

[10:47] Ja, das ist so krass. Das war

[10:49] meine erste Assoziation dazu. Und gibt

[10:52] es aber auch Einflussfaktoren, die diese

[10:54] empathische Reaktion irgendwie

[10:55] abschwächen oder so? Ich hatte ja eben

[10:56] gesagt, wenn ich keine Zeit habe dann

[10:58] und mir keine Zeit nehme quasi, um

[11:00] empathisch zu sein, habe ich dann eine

[11:02] andere Reaktion im Gehirn und bin dann

[11:03] weniger empathisch.

[11:04] Es gibt ja einige. Also, das kannst

[11:06] entweder verstärken oder auch

[11:07] abschwächen, personenspezifische

[11:09] Merkmale wie z.B. das Geschlecht oder

[11:11] auch kontextspezifische Faktoren, ne,

[11:14] wie z.B. diese wahrgenommene

[11:15] Gruppenzugehörigkeit oder Fairness. So

[11:17] gibt das Studien, die gezeigt haben,

[11:19] wenn wir miterleben, dass eine Person

[11:21] aus unserer eigenen Gruppe leidet, also

[11:24] die haben das Fußballteam untersucht,

[11:27] dann haben wir mehr Empathie. Oder wenn

[11:29] wir sehen, die Person hat fair gespielt,

[11:31] dann gibt's auch eine eine stärkere

[11:33] empathische Reaktion versus Menschen,

[11:35] die in einem anderen Team sind oder wenn

[11:38] sie äh nicht so fair spielen, dann sieht

[11:40] man das auch im Gehirn, dass da andere

[11:42] Regionen aktiviert sind und da sehen wir

[11:44] das schon, ne, die Empathie, wir haben

[11:46] das verstärkt für Menschen, die in

[11:48] unserer Gruppe sind, mit denen wir uns

[11:50] zugehörig fühlen. Und das ist politisch

[11:52] ja total relevant, weil wenn ich nur

[11:54] Empathie habe für meine Familie, Leute

[11:56] aus meiner Stadt, Leute aus meinem Land,

[11:58] Leute, die die gleichen die gleiche

[12:00] Hautfarbe haben, die der gleichen

[12:01] Meinung sind und alle anderen sind

[12:04] dehumanisiert für mich, also ich habe

[12:06] für die keine Empathie, weil die sind

[12:08] für mich keine wichtigen Menschen oder

[12:10] teilweise sogar überhaupt keine

[12:11] Menschen. Tatsächlich, es klingt jetzt

[12:13] ein bisschen harsch, aber ich habe mich

[12:14] damit auch beschäftigt, dass wir

[12:15] natürlich uns gegenseitig als Gruppen

[12:17] oft dehumanisieren

[12:19] mit der Annahme, dass z.B. Frauen, weil

[12:22] sie gebären können sie mehr Schmerzen

[12:24] ertragen. Also kriegen sie oft im

[12:25] Krankenhaus weniger Schmerzmittel,

[12:27] weil sie in dem Bereich dehumanisiert

[12:30] wurden. So nach dem Motto, ja, Männer

[12:32] leiden mehr, gibt dem mal mehr

[12:33] Spertsmittel der Arme, aber sie sie kann

[12:35] das ab easy. Und sowas gibt es auch für

[12:37] schwarze versus weiße Menschen mit

[12:39] asiatischem Hintergrund oder oder, weil

[12:42] unsere Empathie, unser Empathiekreis oft

[12:44] sehr klein ist, ne? Und deswegen ist es

[12:45] total wichtig, dass wir den

[12:47] Empathiekreis vergrößern und zwar am

[12:49] besten auf die ganze Menschheit, weil

[12:50] sonst haben wir noch größere Probleme.

[12:52] Ja, ich kann das vollkommen

[12:53] unterschreiben. So ist es. Ja,

[12:55] und dann ist es ganz wichtig auch, das

[12:58] habe ich oft, Empathie, Müdigkeit. Ich

[13:01] bin irgendwann, ne, deswegen kann ich

[13:03] oft auch nicht jede Nachricht lesen oder

[13:05] jedes Doomsrolling, ne, gucken, was

[13:08] überall auf der Welt ist, weil ich bin

[13:09] so ausgelaugt vom Mitfühlen, weil so

[13:12] viel Schlimmes auf der Welt passiert.

[13:13] Ja. Ja, das ist wirklich eine

[13:15] Stresskategorie diese Empathiemüdigkeit.

[13:17] Die wird auch in der Forschung

[13:18] untersucht unter dem Begriff Empathie

[13:19] Fatig. Das ist diese emotionale

[13:21] Belastung, die entsteht, wenn wir

[13:23] Menschen beobachten, die psychisch oder

[13:25] auch physisch starke Schmerzen haben.

[13:27] Und das ist vor allen Dingen in so

[13:29] Berufen, wo man viel in Kontakt damit

[13:30] ist, also Ärzte, Pflegerinnen im

[13:34] sozialen Bereich, aber auch Journalisten

[13:36] natürlich den ganzen Tag diese

[13:38] Nachrichten einfach so zu sehen und das

[13:39] Gefühl zu haben, nichts machen zu

[13:41] können, ne? Und da kommt halt dieser

[13:43] wichtige Unterschied zwischen Empathie

[13:44] und Mitgefühl. Empathie, da sehen wir es

[13:47] nur, wir leiden einfach mit nur. Aber

[13:49] beim Mitgefühl, wenn wir ähm wenn wir

[13:52] das üben und uns trainieren, dass wir

[13:54] die Motivation so ausrichten, dass wir

[13:55] hoffen, dass es der Person besser geht

[13:57] oder so und dann auch ins Handeln

[13:58] kommen, dann fühlen wir uns nicht so

[14:00] hilflos und ja, im Grunde genommen ist

[14:02] es ja ein emotionales Burnout, was da

[14:04] passiert, ne? also wirklich in unserem

[14:05] Herzen und äh da können wir aber äh gut

[14:08] auf uns acht geben

[14:09] mit Achtsamkeit, also einfach achtsam

[14:11] hingucken und ähm Mitgefühl auch für

[14:14] sich selber haben und zu sagen, ich kann

[14:16] nicht jeden Schmerz eins zu eins so

[14:18] mitfühlen, ne?

[14:19] Mhm.

[14:20] Das ist, glaube ich, ganz ganz wichtig,

[14:21] weil wir wissen ja von all den Jahren,

[14:24] wir haben ja immer immer E-Mails

[14:25] bekommen wir von euch und so und ihr

[14:27] schreibt uns, das heißt, wir wissen ja,

[14:28] dass ganz viele Menschen, die uns hier

[14:30] gerade zuhören, sich um Menschen

[14:32] kümmern. Lehrer und Lehrerinnen,

[14:34] Pflegekräfte, Ärzte, Ärztinnen, ganz

[14:36] viele Menschen sind irgendwie

[14:38] pädagogisch unterwegs, Pflegekräfte,

[14:41] also wirklich der ganze Oberbegriff eben

[14:43] sich um andere Menschen kümmern. Die

[14:45] hören uns hier bei achtsam zu, teilweise

[14:48] auch schon seit vielen, vielen Jahren.

[14:49] Und deswegen ist es ganz wichtig, weil

[14:51] gerade Lehrer und Lehrerinnen,

[14:52] Pädagoginen, wie auch immer immer wieder

[14:54] sagen, wir müssen Empathie mehr üben an

[14:56] den Schulen, im Hall, an der Uni, wir

[14:59] müssen das alles wieder mehr üben, ne?

[15:01] Wir haben wir sind eine hier im Westen

[15:03] sehr individualistische

[15:05] Gesellschaft mehr als z.B. in Vietnam,

[15:08] Thailand oder so. Wir müssen wieder mehr

[15:11] üben auf uns acht zu geben, auf uns

[15:13] gegenseitig acht zu geben und das kann

[15:15] man auch üben, ne?

[15:15] Man kann das üben und es ist auch so

[15:17] wichtig, dass du das sagst. Ich finde

[15:18] selbst in meiner eigenen Ausbildung, es

[15:20] wird immer so dieser Begriff gedroppt

[15:22] Psychohygiene, also dass man auf die

[15:23] eigene Psyche achtet, aber was du

[15:25] wirklich machen kannst, ich finde in

[15:26] meiner Ausbildung wurde das viel zu

[15:28] wenig gemacht und deshalb, wenn ich

[15:29] jetzt irgendwie die Möglichkeit habe an

[15:31] Instituts zu gehen, dann spreche ich

[15:33] auch über diese Empathiemüdigkeit. Das

[15:35] muss schon sehr sehr früh rein und noch

[15:36] früher natürlich, wenn wir in den

[15:38] Schulen anfangen und da gibt's

[15:39] mittlerweile super viele Programme, wo

[15:41] man das üben kann. Also eine

[15:43] Meditationstechnik, über die wir auch

[15:44] schon gesprochen haben, ist diese Loving

[15:46] Kindness äh Meditation, die liebende

[15:48] Güte Meditation. Das ist eine weit

[15:50] verbreitete Meditationstechnik, wo wir

[15:52] Gefühle des Wohlwollens und auch der

[15:54] Freundlichkeit zunächst an uns selbst

[15:56] ausrichten und dann das Ausweiten auf

[15:58] nahstehende Personen, alle Lebewesen,

[16:01] uns das wirklich so visualisieren und

[16:03] das funktioniert echt richtig richtig

[16:05] gut. Also, ich habe mir noch mal Studien

[16:06] angeguckt von Freddicton at I 2008 und

[16:09] die zeigen so ein mehrwöchiges

[16:11] regelmäßig Mitgefühlstraining. Das ähm

[16:14] wirkt sich auch positiv auf positive

[16:16] Affekte, also Gefühle aus, persönliche

[16:18] Ressourcen, Wohlbefinden im Alltag und

[16:21] es erhöht auch die Hilfsbereitschaft

[16:23] gegenüber Fremden. Das ist schon

[16:25] besonders. Ja, also ähm man fühlt sich

[16:27] mehr in der Lage, etwas tun zu können

[16:29] und dann sind wir natürlich nicht so

[16:30] hilflos. Ich habe eine schöne Geschichte

[16:32] gelesen in einem Buch, da wurden ähm

[16:35] explizit Studenten und Studentinnen, die

[16:37] angefangen haben,

[16:38] Wirtschaftswissenschaften zu studieren,

[16:40] im ersten Semester durch eine Straße

[16:42] geschickt und da war jemand hingefallen

[16:43] oder irgendwas und die haben ihm

[16:45] geholfen, dieser Person. Und dann nach

[16:48] dem dritten Semester oder so haben

[16:50] wesentlich weniger dieser Person

[16:53] geholfen als im ersten Semester, weil

[16:56] die Beschäftigung mit dem Homoökonomikus

[16:58] in der Wirtschaft, der auf seinen

[17:01] eigenen Vorteil bedacht ist, hat die

[17:03] Gehirne geformt und hat dafür gesorgt,

[17:06] dass die weniger Mitgefühl empfinden,

[17:08] das nicht so wichtig finden, ihm zu

[17:09] helfen, weil ihre Ziele andere geworden

[17:11] sind, weil durch die Beschäftigung mit

[17:13] dem wirtschaftlich handelnden Menschen

[17:15] hat das an Relevanzfall verloren dieser

[17:17] Person zu helfen und deswegen ist eben

[17:19] alles, womit wir uns beschäftigen, so

[17:20] wichtig für unser Gehirn, unser Handeln

[17:22] und den Zustand der Welt, weil wir eben

[17:24] sagen, okay, ist mir das wichtig oder

[17:26] ist mir das nicht wichtig? Und wenn ich

[17:27] mich nur mit Menschen umgebe, die sagen

[17:28] Mitgefühl, Empathie, das ist alles nicht

[17:30] wichtig, das brauchen wir nicht, wir

[17:32] müssen auf den Umsatz gucken oder so,

[17:34] dann wird mein Gehirn geformt sein und

[17:35] ich werde nach einer gewissen Zeit

[17:37] sagen, stimmt, das ist nicht wichtig,

[17:39] andere Menschen sind mir nicht wichtig.

[17:41] Und es gibt auch Studien dazu, dass wenn

[17:43] einem selber gerade ein Schicksalsschlag

[17:45] passiert ist, man eher geneigt ist,

[17:46] anderen zu helfen, weil man dann weiß,

[17:48] wie fragil eigentlich das eigene Leben

[17:49] ist.

[17:50] Was ist denn aber der Unterschied

[17:52] zwischen z.B. Empathie und

[17:54] Mitgefühlstraining? Sind es

[17:55] unterschiedliche Sachen?

[17:56] Also, man sieht das auf einer auch auf

[17:58] der neurissenschaftlichen Ebene, wenn

[18:01] man sich so Empathietrainings anguckt,

[18:03] da gibt es so eine Aktivierungszunahme

[18:05] in der Insula und dem Anterieur

[18:06] mittlerem singulären Kortex. Also das

[18:08] ist, das sind die Areale, die für

[18:09] Empathie quasi zuständig sind, aber auch

[18:12] eine Zunahme von selbstberichteten

[18:14] negativen Affekt. Also die Menschen, die

[18:16] fühlen sich auch schlechter so ein

[18:17] bisschen, weil die sehen das natürlich.

[18:19] Und beim Mitgefühlstraining wird dieser

[18:21] Effekt quasi umgekehrt. Also die

[18:23] Teilnehmerin, die berichten dann, dass

[18:25] der negative Affekt sich verringert.

[18:27] Also die fühlen dann nicht mehr so

[18:29] unangenehme Gefühle, der positive Affekt

[18:31] steigt. Und das ist wieder eine wichtige

[18:32] Botschaft. Also Empathrainings sind ja

[18:34] nicht schlecht. Ja, das ist wichtig, das

[18:36] zu verstehen, gerade diese kognitive

[18:37] Empathie auch, aber wenn wir nur bei

[18:39] diesem schlechten Gefühl bleiben, dann

[18:41] helfen wir ja niemandem damit. Also,

[18:43] dann geht's zwei Leuten schlecht anstatt

[18:45] einem. Okay. Und deswegen aber es gibt

[18:47] unterschiedliche Empathieprogramme.

[18:48] Ja, es ist richtig krass. Also ich

[18:50] geguckt habe, wie viele es gibt. Es gibt

[18:51] mittlerweile Programme mehrere für

[18:53] Schulkinder, Kindergarten, Cybermobbing

[18:56] bei Paaren, auch in Verbindung mit

[18:57] Meditation und Achtsamkeit, pflegende

[18:59] Berufe, Führungskräfte auch für

[19:01] Sexualstraftäter, dass da einfach auch

[19:03] die Empathie für die Opfer gefördert

[19:05] wird. Also ganz strukturiert und wenn

[19:07] man sich genau anguckt, was machen die

[19:09] ist das ist wirklich so Rollenspiele

[19:11] werden gemacht, da geht's wirklich um

[19:13] Emotionserkennung, die schauen sich

[19:14] Bilder an, die Kinder so oder kriegen

[19:16] z.B. für eine kurze Geschichte von der

[19:18] Mitschülerin, die traurig ist, weil der

[19:20] irgendwie den ganzen Tag irgendwie blöde

[19:21] Sachen passiert sind und dann sollen die

[19:22] das weiterschreiben die Geschichte, also

[19:24] sich richtig einfühlen dann und so wird

[19:26] das trainiert, aber auch für Lehrkräfte,

[19:28] also wirklich schön.

[19:29] Wie schön, wenn wir uns immer mit einem

[19:31] bestimmten Thema hier in Achtsam

[19:32] beschäftigen, dass wir dann immer so

[19:34] dann macht sich jedes Mal ja eine Tür

[19:35] auf zu oh, es gibt so viele Sachen schon

[19:38] dazu, wie toll. Und äh eine Studie hast

[19:40] du natürlich auch mitgebracht dazu.

[19:42] Genau. Ja, ich habe eine Metaanalyse

[19:43] noch mitgebracht, die geguckt habe, wie

[19:45] effektiv wirken solche

[19:46] Meditationstrainings für Empathie,

[19:48] Mitgefühl und auch prosoziales Verhalten

[19:50] von Luberto 2018 erschien in der

[19:53] Mindfulness und die haben sich genauso

[19:55] Studien angeguckt mit

[19:57] meditationsbasierten Interventionen. Was

[19:59] sie ausgeschlossen haben, sind so

[20:01] Trainings für selbstbezogenes Mitgefühl.

[20:03] Es gibt ja dieses Self Compassion

[20:04] Training, aber da wollten sie wirklich

[20:05] gucken, na ja, wenn wir allgemein

[20:08] Mitgefühl oder Empathie Trainings ähm

[20:10] durchführen, wie wirkt sich das auf die

[20:12] Personen aus und das waren 26 Studien,

[20:14] so dass über 1700 Probanten dabei waren.

[20:17] Und das waren oft so Gruppenformate von

[20:19] 8 bis 12 Wochen. Und die Metaanalyse

[20:22] ergab, dass Meditationstrainings kleine

[20:24] bis mittlere signifikante Effekte auf

[20:26] prosoziale Ergebnisse haben. Und was ich

[20:28] hier noch mal spannend finde, ist was

[20:30] sind denn die Wirkmechanismen? Warum

[20:32] hilft es denn eigentlich? Und die

[20:33] Autoren sagen, durch diese Loving

[20:35] Kindness Meditation oder

[20:36] Mitgefühlsmeditation wird diese

[20:38] sozialemotionale Verbundenheit gestärkt.

[20:40] Wir fühlen uns verbundener mit anderen.

[20:42] Wir steigern unsere positiven Gefühle,

[20:45] reduzieren Stress und auch negative

[20:47] Gefühle und äh es führt zu einer Zunahme

[20:50] von Achtsamkeit. Und wir lernen ja bei

[20:52] der Achtsamkeit auch unsere eigenen

[20:54] Emotionen zu regulieren, ne? Also haben

[20:56] so eine erhöhte Emotionstoleranz und das

[20:58] ist auch super wichtig, also wenn wir

[21:00] nicht mit negativen Gefühlszuständen

[21:01] umgehen können und wir trainieren das ja

[21:02] immer wieder in der Achtsamkeit, da ist

[21:04] ein Gefühl da, es kommt, aber es macht

[21:06] mich ja nicht als ganze Person aus. Es

[21:09] this shall pass. Ja, also das lernen wir

[21:10] ja immer wieder und dann können wir ins

[21:12] Wirken kommen. Und was sie auch gefunden

[21:14] haben, es gibt so eine Dosis Wirkungs so

[21:16] ein Zusammenhang. Je mehr wir

[21:17] trainieren, desto größer sind auch die

[21:20] Effekte. Und einer der Studien, die hat

[21:22] sogar gezeigt innerhalb von zwei Wochen,

[21:23] wenn die Menschen täglich nur 20 Minuten

[21:26] diese Meditation praktizieren über sogar

[21:28] eine mobile Anwendung, also so eine App,

[21:30] dass da auch signifikante Vorteile in

[21:32] prosozialen Verhalten sind. Menschen

[21:34] sind motivierter helfen zu wollen. Also

[21:35] als ich das gelesen habe, dachte ich

[21:36] wieder ja, es gibt wirklich Hoffnung,

[21:38] also dass man das super niedrig

[21:39] schwellig auch machen kann. Man kann

[21:41] auch zu Hause das alleine üben.

[21:43] Was du auch noch eben gesagt hast, was

[21:45] ganz wichtig ist, glaube ich, da will

[21:46] ich kurz noch drauf äh rumreiten, quasi

[21:49] Reduktion von Stress. Das ist ja auch

[21:51] das, was ich anfangs gesagt habe, wenn

[21:52] ich keine Zeit habe oder wenn ich in

[21:55] Angst bin, wenn ich permanent mein

[21:56] Nervensystem auf Angst pole, indem ich

[21:59] permanent Social Media gucke, indem ich

[22:01] irgendwie Boulevardzeitungen lese, wo

[22:04] immer jede Schlagzeile mir Angst macht.

[22:07] Hier ist Gefahr, da ist Gefahr, die

[22:08] greifen dich an, die nehmen dir was weg,

[22:10] du musst dich irgendwie schützen und so

[22:12] weiter. Wenn ich permanent mein System

[22:15] auf diese Art und Weise füttere und in

[22:17] Stress bin, dann habe ich ja weniger

[22:19] Kapazitäten empathisch zu sein, weil ich

[22:21] bin ja dann nur in Angst, dass alle

[22:23] Leute mir was wegnehmen, mir was Böses

[22:25] wollen, mich angreifen über mich

[22:26] lästern, was Gemeines über mich sagen,

[22:28] ne? Also, sei jetzt, ich sag mal, im

[22:29] kleinen, was gemeines über mich sagen

[22:31] ist natürlich nicht so schlimm wie

[22:32] ausgeraubt werden, ist mir schon klar,

[22:33] aber ne, so die all diese ganzen

[22:36] Befürchtung und Ängste, die sind ja auch

[22:38] ein Spektrum, ne? Wenn ich die ganze

[22:39] Zeit Angst habe, kann ich ja gar nicht

[22:41] empathisch sein.

[22:42] Es geht nicht. Also und wir wissen ja

[22:43] bei der Stressreaktion ist es auch so,

[22:45] unsere Wahrnehmung verengängt sich ja

[22:47] wir suchen dann auch nach diesen

[22:49] Informationen, dieses noch mal

[22:50] bestätigen und das ist das wir laufen

[22:52] rum und sehen nur ja alle wollen mir was

[22:54] Böses und da kann man ja gar nicht mehr

[22:56] wohlwollend irgendwie sein, kreativ

[22:58] sein, neue Lösungen suchen, um helfen zu

[23:00] können.

[23:01] Ja, also Garbage in, Garbage out, ne?

[23:03] Wenn wir ganz viel Angst in unser System

[23:06] lassen und uns damit füttern, dann

[23:08] kommen die ganzen Stressreaktionen, die

[23:09] Körperchemie, über die wir auch immer

[23:11] wieder gesprochen haben, ne? Adrenalin

[23:13] und

[23:14] einfach Stresshormone ohne Ende, die

[23:16] fluten uns ja dann permanent. Also, wenn

[23:18] wir uns nicht die Zeit nehmen für eine

[23:20] Achtsamkeitsübung, Entspannungsübung und

[23:22] wir immer in diesem Modus sind, sind wir

[23:25] dem hilflos ausgeliefert. In dem Sinne

[23:26] meine ich, also quasi der Angst und

[23:29] haben keine Möglichkeit empathisch mit

[23:30] jemandem zu interagieren irgendwie. Und

[23:34] dann möchtest du auch noch über Empathie

[23:35] und Politik sprechen. Was hast du denn

[23:37] da genau mitgebracht? Ja, ich habe ä

[23:39] wissenschaftliche Arbeit von Muradova

[23:41] mitgebracht. 2025 ist sie erschienen aus

[23:44] der politischen Psychologie. Fand ich

[23:45] sehr spannend. Das interessiert dich

[23:47] bestimmt auch. Ja. Und sie hat diese

[23:49] Zusammenhänge zwischen Empathie und

[23:50] politischem Denken untersucht. Also ganz

[23:52] spezifisch. Wie kann Empathie

[23:55] motivierend wirken, damit Menschen in so

[23:57] eine Reflextionsfähigkeit

[23:59] kommen zum politischen Denken? Und es

[24:01] gab vorher viele Arbeiten dazu wie

[24:03] Angst, Wut oder auch krasser

[24:05] Enthusiasmus dazu motivieren können,

[24:07] dass Menschen irgendwie sich mit

[24:08] politischen Themen auseinandersetzen.

[24:10] Aber Empathie wurde äh hat mich auch ein

[24:12] bisschen überrascht, aber weniger

[24:13] untersucht tatsächlich. Und sie sagt so,

[24:15] es gibt drei Bedingungen, die wirklich

[24:16] erfüllt sein müssen, damit Menschen ähm

[24:19] für die Gegenseite auch Empathie

[24:21] empfinden können. Einmal die aktive

[24:22] Bereitschaft, also sich in die Lage des

[24:24] anderen versetzen zu wollen. Also es

[24:26] gibt es muss ein persönliches Commitment

[24:27] da sein.

[24:28] Genau. Und das geht nur, wenn ich nicht

[24:30] permanent in Angst bin.

[24:31] Genau. Ja, ne? nur dann kann ich diese

[24:33] Entscheidung treffen. Dann auch wir

[24:35] brauchen ausreichend und genaue

[24:37] Informationen über die Welt des anderen,

[24:39] um Stereotype oder auch voreingenommene

[24:42] Schlussfolgerungen vermeiden zu können

[24:44] oder auch hinterfragen zu können. Also,

[24:45] dass wir wirklich alle Informationen

[24:47] sichten und auch hier eben habe ich ja

[24:49] gesagt, wenn wir sehr stark unter Stress

[24:50] sind, chronischem Stress, verengt sich

[24:52] unsere Wahrnehmung, wir wollen dann auch

[24:54] gar nicht mehr andere Informationen

[24:55] lesen oder so, ne? Das geht auch nicht.

[24:57] Und als drites sagt sie, was auch

[24:59] wichtig ist, ist so Aktivierung

[25:01] affektiver empathischer Reaktion. Was

[25:03] sie damit meint ist, es braucht auch

[25:05] persönliche Geschichten und Erzählungen,

[25:07] dass wir merken, dahinter sind nicht nur

[25:08] irgendwelche Zahlen oder so, das sind

[25:10] Menschen, die wirklich betroffen sind,

[25:11] ja, Menschen, die in Kriegsgebieten

[25:12] sind, dass wir dass wir da nicht

[25:14] abstumpfen oder so, also dass es

[25:16] möglichst persönlich wird. Und wenn

[25:17] diese drei Bedingungen erfüllt sind,

[25:19] dann sagt sie, das kann dabei helfen,

[25:21] dass Menschen wirklich ähm auf eine ja

[25:24] konstruktive Art und Weise Empathie für

[25:26] die Gegenseite entwickeln können.

[25:28] Deswegen sind immer die Geschichten aus

[25:29] den Kriegsgebieten oder sei es

[25:31] Erdbebengebiete oder Hurrican Gebiete

[25:33] oder oder, weil man hört dann oft so

[25:35] Zahlen und man kann ja keine Empathie

[25:38] für eine gewisse Anzahl haben, sondern

[25:41] man weiß, das sind Väter, Mütter,

[25:42] Brüder, Schwestern, Kinder, Cousinen,

[25:45] die haben alle irgendwie Familien, die

[25:46] haben Träume, Wünsche, Hoffnung und erst

[25:49] wenn wir das fühlen und nicht nur die

[25:51] Zahl sehen, haben wir überhaupt eine

[25:53] Möglichkeit. Ein Buchtipp hast du auch

[25:55] mitgebracht.

[25:56] Ja, ich habe ein Buchtipp mitgebracht.

[25:58] Der Titel heißt Empathie und Widerstand

[25:59] von Christina Lunz erschien im Ulstein

[26:02] Verlag und sie sagt da auch dröselt das

[26:05] noch mal auf. Also wer sich da für mehr

[26:06] noch interessiert, ein mehr an Empathie

[26:08] allein ist ja kein Selbstzweck, weil wir

[26:10] haben ja schon gesagt, nur weil wir mehr

[26:12] Empathie empfinden, heißt es noch gar

[26:13] nicht, dass es gut ist, weil wenn wir

[26:14] nur mehr Empathie für unsere eigene

[26:15] kleine Gruppe haben, löst das noch

[26:17] nichts. Ja, und deshalb bringt sie

[26:18] diesen Begriff Widerstand noch ein. Es

[26:20] gibt manche Situationen, da reicht es

[26:22] nicht einfach nur empathisch zu sein.

[26:23] Sie findet das unglaublich wichtig. Ja,

[26:25] setzt sich dafür ein, dass wir für alle

[26:28] Lebewesen, für alle Menschen Empathie

[26:30] empfinden, aber manchmal ist es auch

[26:31] wichtig, einfach Widerstand zu leisten,

[26:33] zu sagen: "Nein, das geht nicht so

[26:34] weiter." Und ja, sie hat dann ähm ein

[26:37] Zitat mitgebracht von äh oder in dem

[26:39] Buch von Mutter Theresa, was ich

[26:40] irgendwie schön fand, weil sie sagte

[26:42] irgendwie, es ist wichtig, dass wir eben

[26:43] nicht in diesen Impuls reingehen zu B

[26:45] oder verurteilen und und das Zitat sagt:

[26:48] "Wenn du Menschen beurteilst, hast du

[26:50] keine Zeit sie zu lieben." Ja. Und ich

[26:52] fand das irgendwie total schön. Ja.

[26:54] total und das ist schließt sich auch

[26:57] wieder der Kreis zur Achtsamkeit und dem

[26:59] beurteilen oder dem nicht beurteilen,

[27:01] ne?

[27:01] Genau. Ja, also in der Achtsamkeit,

[27:03] klar, wir haben unsere Denkkategorien,

[27:05] wir neigen dazu zu sagen, das ist

[27:07] schlecht, das ist gut, das mag ich, mag

[27:08] ich nicht, aber äh wir haften dabei

[27:11] nicht an, ne? Wir wir sehen das so, ne,

[27:14] und wir verurteilen das auch nicht, dass

[27:16] wir ähm dass wir diese Annahme haben.

[27:18] Und dann versuchen wir uns aber davon

[27:20] auch zu distanzieren und zu merken:

[27:21] "Hey, da kann ein unangenehmes Gefühl

[27:23] kommen, aber das macht mich nicht aus,

[27:24] das macht nicht die ganze Situation aus.

[27:26] Das wird auch vorbeigehen und so sind

[27:28] wir nicht so ja Reaktant, Reizreaktion,

[27:31] wir sind nicht gelenkt dadurch. Also,

[27:33] wir können noch mal zusammenfassend

[27:34] alles zusammenfägen aus der heutigen

[27:36] Folge. Wir brauchen auf jeden Fall eine

[27:39] Praktik der Stressreduktion am Anfang

[27:43] der Empathie, ne? Also, wenn man jetzt

[27:44] sagt, wir müssen mehr Empathie an die

[27:46] Schulen bringen, jetzt nur als Beispiel,

[27:48] dann brauchen wir erstmal eine Praktik,

[27:50] um die Nervensysteme der Kinder

[27:52] runterzufahren, ne? Weil wenn die auch

[27:54] die ganze Zeit Social Media gucken, wenn

[27:56] die auch Nachrichten gucken, wenn sie

[27:58] dann noch gemobbt werden, wenn sie dann

[27:59] im Stress sind, wenn sie unter

[28:01] irgendeiner Art von Druck stehen wegen

[28:03] der Leistung und auch wegen ihrer

[28:05] Freundesgruppe und so weiter,

[28:07] das steht der Empathie im Wege.

[28:09] Auf jeden Fall. Ja, das ist der erste

[28:11] Schritt zu lernen irgendwie was sind

[28:13] meine Anzeichen von Stress und äh dann

[28:15] diese Emotionsregulation und dann auch

[28:18] zu lernen, was gibt es für verschiedene

[28:19] Emotionen, sich einzufühlen in andere,

[28:22] ja, und zu sehen, wenn wir in helfenden

[28:24] Berufen sind, mit anderen Menschen

[28:26] zusammenarbeiten, die leiden, dass es

[28:28] einen Unterschied gibt zwischen Empathie

[28:29] und Mitgefühl. Also, wenn wir nur dieses

[28:31] empathische haben und mitleiden, dann

[28:34] geht's uns beiden schlecht. dann können

[28:36] wir nicht sehr viel machen, sondern in

[28:37] dieses Mitgefühl rein. Und das bedeutet

[28:39] eine Meditation zu üben beispielsweise,

[28:42] wo wir anerkennen, ja, da geht's einer

[28:44] Person schlecht oder mir geht's

[28:45] schlecht, aber ich wünsche mir, dass es

[28:47] dir besser geht und diese motivationale

[28:49] Ausrichtung, das ist eine andere und

[28:50] wenn wir mitfühlen, dann kommen wir

[28:53] wieder ins Handeln. Also, man kann dann,

[28:55] wenn man den ersten Schritt macht, ich

[28:57] sorge für meinen Stress, ich versuche

[28:59] erstmal runterzukommen, vielleicht am

[29:00] Anfang des Schultages oder so, wenn man

[29:02] da so eine Praktik hat, dass man auf

[29:04] eine andere Art und Weise überhaupt

[29:06] morgens vielleicht in den Schultag

[29:08] startet, ich bleibe jetzt einfach bei

[29:09] diesem Beispiel und irgendwie ähm

[29:11] visuell zugänglich zu machen, dann kann

[29:15] man üben, okay, in welcher anderen Welt

[29:17] lebt vielleicht dein Gegenüber? Was wo

[29:20] kannst du auch in Resonanz gehen? Was

[29:23] kennst du vielleicht auch, ne? Trauer,

[29:24] Wut und so weiter, wenn man das

[29:26] spielerisch alles macht. Da gibt's ja,

[29:27] du hast es gesagt, genügend Trainings

[29:29] und so und dann der nächste Schritt und

[29:31] da haben wir auch schon mal drüber

[29:32] gesprochen, ist es ja manchmal so, man

[29:34] will dem anderen irgendwie helfen und

[29:35] der will aber gar nicht oder so, ne?

[29:37] dass man dann sagt, pass auf, ich helfe

[29:38] dir, dann geht's dir besser, weil ich

[29:40] sehe, dass du traurig bist und der

[29:41] andere will aber gerade traurig sein.

[29:42] Mhm.

[29:43] Da gibt's ja auch vielleicht ein

[29:45] Konflikt.

[29:46] Ja, auf jeden Fall sollten wir nur, weil

[29:47] wir denken, das und das ist die Lösung,

[29:49] heißt es ja nicht, dass es die für die

[29:50] andere Person die Lösung ist, ins

[29:52] Gespräch kommen, nachfragen, was ist

[29:53] denn eigentlich dein Bedürfnis? Was

[29:55] brauchst du jetzt in der Situation, ne?

[29:56] Weil manchmal kommt das auch aus so

[29:58] einem Aktionismus heraus, dass wir

[29:59] einfach unsere Lösung da drauf stöben.

[30:01] Das stimmt. Also, wir sollten mit der

[30:02] Person natürlich auch sprechen. So, hey,

[30:03] ich sehe gerade, dass du traurig bist

[30:06] und ich habe erfahren, dass und das ist

[30:07] passiert. Was brauchst du denn jetzt

[30:09] eigentlich?

[30:10] Und das ist aber auch schwierig zu

[30:11] beantworten, ne? Weil ich nerv dich

[30:13] jetzt ab. [gelächter]

[30:14] Muss man auch lernen. Ja,

[30:15] Bedürfnissusdrück muss man auch lernen.

[30:17] Haben wir auch schon ganz oft drüber

[30:18] gesprochen, dass ich manchmal ja gar

[30:19] nicht weiß, was ich eigentlich brauche,

[30:21] ne? Und gerade wenn wir über die Emotion

[30:24] Wut sprechen, ne? Wenn wie gesagt, wenn

[30:26] ich irgendwie Boulevardpresse lese und

[30:28] Dooms scrolle, dann bin ich oft sehr

[30:30] wütend. Ich bin einfach wütend auf

[30:31] alles, auf jeden. Alles ist doof und

[30:33] gemein und ich habe eine unglaubliche

[30:35] Wut gegen die Welt, wie sie gerade ist

[30:37] und so. Und dann sagt jemand, was

[30:38] brauchst du gerade? Ja, keine Ahnung.

[30:41] [gelächter]

[30:42] Wellnis Wochenende

[30:44] wen mal Runde spazieren gehen. Also, ich

[30:45] finde gerade bei Wut, das ist sehr viel

[30:47] Energie, ne? Das will uns ja irgendwie

[30:48] darauf vorbereiten zu kämpfen oder so.

[30:50] Da muss diese körperliche Energie

[30:51] erstmal raus und ich find's, ich sag das

[30:53] oft beim Patientinnen, mach's auch

[30:54] selbst, dass ich dann einfach wirklich

[30:56] körperliche Übungen mache, ne? Dass

[30:57] diese Energie erstmal rausgeht und oft

[31:00] steckt ja hinter dieser Wut ähm eine

[31:02] andere Emotion, sei es Trauer,

[31:03] Hilflosigkeit und da dann äh die Person

[31:06] auch abzuholen dann. Ja,

[31:07] und das machen wir ja hier in jeder

[31:09] Folge versuchen wir es zumindest immer

[31:10] anzukratzen, anzusprechen, dass es

[31:12] natürlich wahnsinnig viele Möglichkeiten

[31:14] gibt aus der Therapie. Es gibt

[31:16] verschiedene Tools, verschiedene Dinge,

[31:17] die man auch sich anlesen kann und

[31:19] deswegen ist das hier alles immer nur

[31:21] ein kleines Fenster, was wir öffnen

[31:22] unser Podcast. Wir können natürlich

[31:24] nicht alle Fragen zu Ende diskutieren,

[31:27] weil dann bräuchten wir noch unendliche

[31:29] Zeit, die äh wir wollen ja auch essen

[31:31] und schlafen und meditieren. Also von

[31:33] daher vielen vielen Dank für diese

[31:35] wunderschönen inspirierenden Dinge, die

[31:38] du wieder gedroppt hast zum Thema

[31:39] [gelächter]

[31:40] Empathie und wie wir das üben können und

[31:41] wie gesagt, also machen müssen wir es

[31:44] dann irgendwie selber, wie auch immer

[31:46] wir das hinkriegen als Gesellschaft, als

[31:49] Pädagoginnen, als Medienmacherinnen, als

[31:51] Therapeutinnen, was auch immer wir so

[31:53] sind und wo wir sind als Eltern

[31:55] natürlich auch als als Brüder, als

[31:57] Kinder, als wer auch immer wir sind in

[31:59] dieser Gesellschaft. Wir können auf

[32:00] jeden Fall alle bei uns anfangen und

[32:02] dann zeigen, guck mal, es funktioniert

[32:04] bei mir und ich würde gern für dich da

[32:06] sein, weil ich habe eben die

[32:08] Kapazitäten. Was hast du uns denn für

[32:10] eine Übung heute dazu mitgebracht? Ich

[32:12] habe eine ganz klassische

[32:13] Mettermeditation heute mitgebracht, wo

[32:15] wir das wirklich üben können mit diesem

[32:16] Mitgefühl auf uns äh gerichtet, aber

[32:20] auch auf andere Personen. Ja,

[32:21] die kann man auch gar nicht oft genug

[32:22] machen.

[32:23] Nein, also vor allen Dingen ist es immer

[32:25] diese Regelmäßigkeit, also wenn wir das

[32:27] machen, sei es irgendwie uns nur 3

[32:29] Minuten am Tag dafür zu nehmen, aber

[32:31] regelmäßig. Und das verbinden wir am

[32:33] besten mit einer Routine, die wir

[32:34] sowieso haben, z.B. für morgens, wenn

[32:36] wir ein Tee trinken oder so und ja aus

[32:39] dem Fenster schauen oder so und dann

[32:41] sich damit so verbinden. Also diese

[32:42] Regelmäßigkeit ist es, wir müssen es

[32:44] nicht perfekt, das muss nicht immer so

[32:45] eine dreiviertelstunde sein oder so,

[32:47] aber 3 Minuten oder so, ein paar

[32:49] Atemzüge und Genau,

[32:51] deswegen haben wir ja auch unsere

[32:52] Übungen. Hast du denn gerade eine Übung

[32:54] oder eine Meditation, die du regelmäßig

[32:56] machst zu irgendeinem Thema oder so? M

[32:59] [gelächter]

[32:59] Ich übe gerade, wenn ich schlafen gehe.

[33:02] Das habe ich letztens als Input

[33:03] bekommen, als ich auf einem Retreat war.

[33:06] ähm, dass ich mir vorstelle, ich sterbe.

[33:08] Das war jetzt der Tag. Das hört sich,

[33:09] [gelächter] da muss ich gerade ein

[33:10] bisschen lachen. Das ist so, aber es

[33:12] bringt ein ja dazu wirklich zu

[33:14] reflektieren. Ja, was habe ich heute

[33:16] gemacht? Ja, würde ich es wieder so

[33:18] machen und das war heute mein Tag. Ja,

[33:20] und wenn ich schlafen gehe, dann mache

[33:21] ich das gerade.

[33:22] Wow. [gelächter]

[33:23] Okay. Beeindruckend, sehr inspirierend.

[33:25] Vielen Dank dafür. Okay, das machen wir

[33:27] jetzt aber nicht. Wir [gelächter] machen

[33:29] jetzt eine empathische Mettermeditation.

[33:32] Deswegen danke ich euch wie immer für

[33:34] eure Aufmerksamkeit, für eure Zeit, dass

[33:36] ihr euch Zeit genommen habt. Ihr hättet

[33:37] jetzt in der Zeit auch einfach nur in

[33:38] der Nase bohren können, aber ihr habt

[33:40] achtsam gehört, da freuen wir uns sehr,

[33:41] sehr, sehr drüber. Vielen Dank dafür und

[33:44] ma und bitteschön.

[33:53] Nimm nun eine bequeme, aufrechte

[33:55] Sitzposition ein.

[33:58] Durch diese stabile Position hilfst du

[34:00] deinem Geist.

[34:02] und deinem Körper zur Ruhe zu kommen.

[34:06] Wenn du während der Übung merkst, dass

[34:08] du abgelenkt bist, nimm es freundlich

[34:10] wahr und kehre wieder sanft zur Übung

[34:13] zurück.

[34:18] Richte nun deine Aufmerksamkeit auf

[34:20] deine Atmung.

[34:23] Einatmend

[34:25] bin ich mir bewusst, dass ich gerade

[34:26] einatme.

[34:30] Ausatmend

[34:33] bin ich mir bewusst, dass ich gerade

[34:36] ausatme.

[34:55] Nun lade ich dich ein, in Verbindung mit

[34:58] einer freundlichen, wohlwollenden

[35:00] Atmosphäre zu kommen,

[35:02] indem du dich an eine Situation

[35:04] erinnerst, [musik] in der du ganz

[35:06] entspannt, zufrieden

[35:09] und gelassen warst.

[35:14] Vielleicht hast du das Lächeln eines

[35:16] Kindes gesehen,

[35:19] mit einer Katze oder einem Hund gespielt

[35:23] oder einen Sonnenuntergang bewundert.

[35:42] Aus diesem Gefühl des freundlichen

[35:43] Wohlwollens heraus

[35:46] lade ich dich nun ein, innerlich Wünsche

[35:50] für dich zu wiederholen.

[35:54] Für Momente, in denen es dir schlecht

[35:56] geht und du leidest.

[36:03] Du kannst dir vorstellen, dass dieses

[36:04] Gefühl des Wohlwollens wie das Licht in

[36:07] der Sonne ist

[36:09] und jeden Teil deines Körpers und deines

[36:12] Geistes durchdringt und wärmt.

[36:20] möge ich liebevoll anerkennen, dass es

[36:22] mir in diesem Moment nicht gut geht und

[36:26] möge ich friedlich, glücklich und leicht

[36:29] [musik] im Körper und Geist sein.

[36:47] möge ich lernen, mich mit den Augen des

[36:50] Mitgefühls zu betrachten.

[37:12] Möge ich lernen, die Ursachen für meinen

[37:15] Kummer zu verstehen und Wege finden, mit

[37:19] diesem heilsam umzugehen.

[37:41] möge ich imstande sein, täglich die

[37:43] Freude in mir zu kultivieren und mit

[37:46] anderen zu teilen.

[38:05] Und nun richten wir die Wünsche an alle

[38:07] Lebewesen, Freunde, Bekannte, Tiere,

[38:11] Menschen, die du nicht kennst.

[38:15] Möget ihr friedlich, glücklich und

[38:17] leicht im Körper und Geist sein.

[38:32] möget ihr lernen, euch und eure Umwelt

[38:35] mit den Augen des Mitgefühls zu

[38:37] betrachten.

[38:59] Möget ihr lernen, die [musik] Ursachen

[39:01] für euren eigenen Kummer.

[39:03] und den Kummer eurer Umwelt zu verstehen

[39:06] und Wege finden mit diesem heilsam

[39:08] umzugehen.

[39:26] möget ihr imstande sein, täglich die

[39:28] Freude in euch und in eurer Umwähl zu

[39:32] kultivieren und mit anderen zu teilen.

[39:51] Und nun spüre noch einmal in dich

[39:53] hinein.

[39:55] Gibt es noch einen [musik] anderen

[39:56] Wunsch, den du dir und den anderen jetzt

[39:59] schenken magst.

[40:02] Sprich einfach innerlich mit Möge ich

[40:06] und weite deinen Wunsch auf alle Wesen

[40:08] aus.

[40:10] mögen alle Wesen.

[40:20] Auch im Alter kannst du immer wieder in

[40:22] Kontakt mit deinen guten Wünschen

[40:23] kommen.

[40:25] Nimm noch einmal drei bewusste Atemzüge

[40:29] und komm nun wieder langsam mit deiner

[40:31] Aufmerksamkeit zurück in den Raum und

[40:34] öffne langsam deine Augen.

[40:37] Ich wünsche dir viel Erfolg beim Üben.

[40:41] Deutschlandfa,

[40:43] achtsam,

[40:45] jeden Mittwoch neu in der

[40:47] Deutschlandfunk App.

[40:50] deine Podcasts.
